Start Rahmen des Projektes Was haben wir konkret gemacht?

 

Das Studienprojekt auf Helgoland hatte das Ziel, den ökologischen Fußabdruck der Inselbevölkerung zu berechnen. In einem vorbereitenden Seminar haben wir uns mit der Geschichte, der Wirtschaft, dem Naturraum und der politischen Situation auf Helgoland beschäftigt, um die Insel näher kennenzulernen. Für die Sammlung der Daten, Fakten und Informationen über den Lebensstil der Helgoländerinnen und Helgoländer, die wir für unsere Berechnung benötigten, verbrachten wir im Februar 2009 10 Tage gemeinsam auf der Insel. Hier sollte unsere empirische Arbeit stattfinden und wir wollten nicht nur einen persönlichen Eindruck von Helgoland bekommen, sondern auch die nötige Datengrundlage für unsere Berechnung zusammensammeln.

Die Teilnehmer des Geländepraktikums haben sich gemeinsam darauf geeinigt, dass drei unterschiedliche Informationsquellen benutzt werden, um die Berechnung des Fußabdruckes durchzuführen:
1.    eine Bevölkerungsbefragung unter Helgoländer Bürgerinnen und Bürger
2.    eine Expertenbefragung unter verschiedenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessenvertretern
3.    eine Funktionskartierung der gesamten Insel.

Zur Bevölkerungsbefragung: Die Bevölkerungsbefragung sollte als Grundlage für das Konsumverhalten und der Lebensgewohnheiten der Helgoländer dienen. In einer zufälligen Passantenbefragung wurden mit Hilfe eines vorher erstellten Fragebogens alle Helgoländer zu ihrem Lebensstil befragt.

Insgesamt wurden vom 17. bis 27. Februar 2009 308 Passanten auf Helgoland befragt. Damit wurde das gesteckte Ziel von 20 Fragebögen pro Teilnehmer am Seminar nur knapp verfehlt. Die Helgoländer, die im Februar auf der Insel unterwegs waren, standen der Befragung sehr positiv gegenüber und beantworteten die Fragen teilweise mit zusätzlichen Ausführungen, Hintergründen und Geschichten. Natürlich gab es auch Ablehnungen, diese hielten sich jedoch in Grenzen und darüber waren wir sehr erfreut.

Die Daten wurden nach der Befragung in ein computergestütztes, statisches Auswertungsprogramm (SPSS) eingepflegt. Sie bildeten eine wichtige Grundlage für die Berechnung des Fußabdrucks.

Zur Expertenbefragung: Die Expertenbefragung richtete sich an verschiedene Experten bzw. Expertengruppen, u.a. der Wasserversorgung, der Energieversorgung, des Im- und Exports, der Hoteliers und Gaststättenbetreiber sowie der Abfallentsorgung und des Flughafens. Aus diesen Befragungen sollten die wichtigsten Daten für die Berechnung des Fußabdrucks gewonnen werden.

Die isolierte Lage und die auf Helgoland bestehende eigene Trinkwasseraufbereitung und Stromerzeugung auf der Insel machte es möglich, dass wir über diesen geschlossenen Kreislauf sehr detaillierte und genaue Zahlen zusammentragen konnten. Auch die auf die Insel eingeführten Rohstoffe, Ge- und Verbrauchsgüter sowie die Abfallentsorgung sollte über diesen Weg ermittelt werden. Dies war aber leider nicht so einfach, wie gedacht.

Die Ergebnisse der Expertenbefragung blieb hinter den Erwartungen zurück, zwar konnten die Daten für den Trinkwasser- und Energieverbrauch umfassend ermittelt werden, die Daten für die Abfallentsorgung sowie die Ge- und Verbrauchsgüter Im- und Export konnten nur in der Summe ermittelt werden. Deshalb waren wir gezwungen, auf Daten des Statistischen Bundesamts zurückzugreifen, die uns detailliertere Aufstellungen lieferten, die wir als Teil der Berechnungsgrundlage benutzten.

Zur Funktionskartierung: Geographen beschäftigen sich mit relativen Lagebezügen und mit der Gestaltung des Raumes durch den Menschen. Der ökologische Fußabdruck ist ein sehr geographisches Konzept: den Ressourcenverbrauch einer Gesellschaft in Hektar umzurechnen. Deshalb bekam die Kartierung der verschiedenen Nutzungen auf Helgoland eine zentrale Rolle. Mit der Funktionskartierung wurde die gesamte Insel kartographisch aufgenommen und dabei nicht nur in Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsgebäude unterschieden, sondern insbesondere die versiegelte, genutzte und nicht versiegelte, ungenutzte Fläche identifiziert. Die errechneten Flächen wurden dann in die Berechnung des Fußabdrucks einbezogen.

Die Funktionskartierung brachte alle gewünschten Daten, die in eine Karte übertragen wurden und deren Auswertung dann weitere Eckdaten für die Berechnung erschlossen werden konnten (vgl. Die Funktionskarte von Helgoland).